Der Hong von Hinterfirmiansreut kehrt zurück

Der Hong von Hinterfirmiansreut kehrt zurück

Philippsreut/Neuhaus a.Inn   Heute verbreiten sich Nachrichten weltweit in Sekundenschnelle über das Internet. In früherer nicht-digitaler Zeit ging es noch gemütlicher zu. Allerdings war es auch komplizierter, wenn die Bürger einer Gemeinde über amtlich wichtige Vorgänge informiert werden mussten. Besonders in Kommunen mit auseinanderliegenden Häusern war nicht sichergestellt, dass über einem Aushang in einem Schaukasten alle Einwohner informiert werden. Deshalb war in vielen Orten der „Hong“ die übliche Form der Nachrichtenübermittlung. Dabei handelt es sich um ein gebogenes Stück Holz, das mit einem Schlitz versehen war. In diesen Schlitz wurde die amtliche Bekanntmachung gesteckt. Durch den bekannten Hong wussten die Bewohner, dass das Schriftstück echt ist. Der Hong war beim Dorfobmann verwahrt. Gab es eine amtliche Nachricht, so wanderte er von Haus zu Haus. Wenn er wieder beim Dorfobmann ankam, wusste dieser, dass die gesamte Gemeinde informiert war.

Teilweise waren solche Gemeindestäbe bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts im Einsatz. Heute gibt es einfachere Möglichkeiten zur Informationsweitergabe. Viele Gemeindestäbe sind verloren gegangen.

Einer der wenigen erhaltenen Hong ist nun an seinen Ursprung zurückgekehrt. Er befand sich zuletzt im Besitz des 2. Bürgermeisters von Neuhaus a.Inn Stephan Dorn, der ihn als Sohn des Heimatforschers und Philippsreuter Ehrenbürger Dr. Ernst Dorn nach dessen Tod verwahrte. Nach Gesprächen mit dem Bürgermeister von Philippsreut Helmut Knaus war man sich einig, dass er in der Gemeinde Philippsreut einen stimmigen Platz habe. Stephan Dorn ist wichtig, dass der Hong für die Nachwelt erhalten bleibt. Deshalb ist er auch besser in gemeindlicher Hand aufgehoben. Gemeinsam mit Helmut Knaus entwarf er ein Konzept. So soll er nach dem Rathausumbau in der Gemeinde Philippsreut, zu der Hinterfirmiansreut heute gehört, einen Platz in einem Schaukasten mit einer Beschreibung finden. Bis dahin wird er im Amtszimmer von Bürgermeister Helmut Knaus verwahrt.

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